Einfachmontage für 3D-Bildpaare

Stereo-Bildpaare zu montieren ist eigentlich nicht besonders schwierig, wenn man einige Gesetzmäßigkeiten berücksichtigt.

Für das Erstellen solcher Bilder benötigt man als Mindestausstattung:
1 Analogkamera
Lineal oder Geodreieck.
1 Schere
Kleber

Für die Bearbeitung digitaler Bilder benötigt man außer einer Digitalkamera (oder einem Scanner) noch Software mit den Funktionen:
2 Bilder gleichzeitig aufrufen
zuschneiden
verschieben
rotieren
Bild vergrößern/verkleinern

Worauf es ankommt:
A  Punkte im linken Bild sollen - nur waagerecht versetzt - im rechten Bild wieder auftauchen. Das Auge erwartet, sie dort zu sehen, und nicht tiefer oder höher. Daraus ergibt sich auch, daß die beiden Bilder nicht unterschiedlich groß sein dürfen (einmal mit der Kamera näher an ein Objekt herangegangen). Die Bilder dürfen auch nicht gegeneinander verdreht sein.
B   Der Rahmen der beiden Bilder soll jeweils gleich breit sein, sonst steht er schief im Raum. Überstehende Bildteile sind wegzuschneiden weil sie später sowieso nicht dreidimensional gesehen werden.

Die Rohbilder werden zunächst waagerecht nebeneinander gesetzt und mit Kreuzblick auf die richtige Position überprüft. Bei Bedarf muß man das linke- und rechte Bild gegeneinander austauschen. Wenn bei der Aufnahme alles richtig gemacht wurde (siehe Artikel: Richtwerte für 3D-Aufnahme) muß man die Bilder nun nur in senkrechter Richtung so lange verschieben, bis willkürlich ausgewählte Prüfpunkte im linken- und rechten Bild auf einer waagerechten Linie liegen (Ziffer 1 und 2).
Bildteile, die nach oben oder unten gegenüber dem anderen Bild überstehen, kann man gleich wegschneiden (Ziffer 3 und 4).
Nun gilt es, das Scheinfenster festzulegen. Dazu müssen die waagerecht nebeneinander liegenden Bilder wieder mit Kreuzblick angeschaut werden. Man erkennt dabei die am weitesten vorne liegenden Bildteile. Jetzt ist eine Entscheidung zu treffen, ob man diese Bildteile wegschneidet, oder mit einem Klapprahmen nach vorne, zum Betrachter hin, stehen läßt. Die vordersten Bildteile für das fertige 3D-Bild muß man sich für den nächsten Arbeitsschritt merken.

Danach setzt man die Bilder übereinander (Ziffer 5), so daß die vordersten Punkte des oberen und unteren Bildes auf einer senkrechten Linie liegen (Ziffer 6). Im vorliegenden Beispiel sind es Punkte auf dem Gras vor dem Tempel. Bildteile, die gegenüber dem anderen Bild nach links und rechts überstehen, kann man gleich wegschneiden (Ziffer 7 und 8).
Je nach Motiv wird man nun noch mehr oder weniger von den Rändern wegschneiden und vielleicht die Ecken abschrägen um unerwünschte Bildteile zu entfernen.
Zum Schluß werden die Bilder nebeneinander ins Fotoalbum geklebt, oder als Bilddatei abgespeichert.

Die oben aufgeführten Schritte gelten für jede Art der Stereobild-Montage. Bei digitaler Bearbeitung ist ein Programm hilfreich, mit dem man eines der Bilder halbtransparent über das andere Bild legen kann. Das erleichtert das genaue Ausrichten der Bilder zueinander.
Man hat natürlich auch noch verschiedene Möglichkeiten, um den Doppelrahmen zu gestalten. Der Phantasie sind dabei fast keine Grenzen gesetzt. Ein grauer Rahmen ist neutral und beeinflußt nicht die Stimmung des Bildes. Ein farbiger Rahmen kann die Bildwirkung unterstützen. Dabei sollten die Rahmenteile links und rechts genauso breit sein wie der mittlere Steg zwischen den Bildern.

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