Stereobild-Betrachtung mittels Schielmethode

Die Schiel-Methode hat gegenüber der Parallelblick-Methode den großen Vorteil, daß man breitere Bildpaare verwenden kann. Ansonsten sind die ganz links dargestellten Zeichnungen auch für den Parallelblick gültig.
Die Schielmethode ist das einfachste Betrachtungsverfahren für dreidimensionale Bilder, da man hierfür nichts anderes als ein Stereobildpaar und etwas Übung benötigt.

Für Anfänger ist es hilfreich den Daumen zum peilen zu benutzen. Geübte Betrachter brauchen keinerlei Hilfsmittel mehr.
Wenn man den Daumen zwischen Augen und Bildpaar hält, und das Bildpaar mit normaler Augenstellung (fast parallel) betrachtet, dann wird man den Daumen doppelt und unscharf wahrnehmen. [Abbildung 1]
Wenn man den Blick genau auf die Daumennagel-Oberkante richtet, wird man dagegen das Stereobildpaar doppelt und unscharf erkennen. Die Bilder bewegen sich nach links und rechts voneinander weg.

Wenn man den Kopf schief hält, und der Daumen zu weit weg ist von den Augen, wird man in etwa das sehen, was Abbildung 2A zeigt. Der Daumen ist klar erkennbar, aber die doppelten Stereobilder sind unscharf und gegeneinander versetzt.
Wenn der Daumen zu nahe an den Augen ist, wird man in etwa das sehen, was Abbildung 2B zeigt.

Für das 3D-Sehen richtig ist der Anblick, den Abildung 3 zeigt. Der Kopf wird gerade gehalten, und der Daumen ist im richtigen Abstand zu den Augen. Dadurch schaut das rechte Auge auf das Bildpaar mit dem gelben Hintergrund. Das linke Auge schaut auf das Bildpaar mit dem blauen Hintergrund. In der Mitte überdecken sich 2 von den insgesamt 4 sichtbaren Bildern. Eventuell hat man nun schon einen dreidimensionalen Blick auf das Stereobild in der Mitte. Rechts und links davon bleiben die Bilder zweidimensional und unscharf.
Möglicherweise ist aber nur der Daumen scharf zu sehen, und die Bilder sind immer noch unscharf. Wenn man über die Daumennagelkante auf das Stereobild schaut, müßte sich eigentlich die Schärfe für die Bilder automatisch einstellen. Bei Bedarf kann man den Daumen geringfügig vor- oder zurück bewegen, bis das Stereobild scharf und plastisch erkennbar ist. Wenn das gelungen ist, benötigt man den Daumen nicht mehr zur Betrachtung der 3D-Bilder.


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